Die Grundlagen der Aromatherapie

Die Aromatherapie ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Viele wissen aber gar nicht, was genau ätherische Öle sind und woher sie kommen. Auch das Erkennen von guter Qualität fällt vielen Verbrauchern schwer.

Wir geben einen Einblick in die wichtigsten Grundlagen der Therapie. Wir erklären außerdem, wie man ätherische Öle als Teil der Naturheilkunde für sich nutzen kann.

Die Einsatzgebiete sind so individuell wie die Wünsche und Bedürfnisse von uns. Bei dieser Therapie vertraut man auf die Heilkraft der Natur und sorgt so für Entspannung im Alltag. Aber auch zur Konzentration im Job oder als einfache Erfrischung beim Lernen kommt sie zur Anwendung.

Schon seit Jahrhunderten werden Pflanzen zur Heilung und Steigerung des Wohlbefindens für Körper, Geist und Seele eingesetzt. Die Aromatherapie ist ein Teil der Phytotherapie, oft auch Kräutermedizin oder Pflanzenheilkunde genannt. In ihrer klassischen Form basiert sie ganz auf den Kräften der natürlichen ätherischen Öle. Sie mobilisiert die Selbstheilungskräfte und stärkt das Immunsystem.

Bei Fachleuten gilt sie heute als sichere und zuverlässige Naturmedizin. Es gibt aber auch kritische Stimmen, die wir im Verlauf unseres Artikels nicht verschweigen wollen.

Was ist die Aromatherapie?

Die Aromatherapie ist ein integraler Bestandteil der Naturheilkunde und betrachtet den Menschen als Ganzes. Sie begreift Krankheit nicht als Ursache, sondern als Folge eines oft aus dem Gleichgewicht geratenen psychischen Zustandes. Die verschiedenen Verfahren der natürlichen Heilkunde folgen ähnlichen Prinzipien. Auch in der Dufttherapie geht es immer um die Stärkung und Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte.

Mit Hilfe der Aroma-Therapie lernen wir, die Düfte der Natur bewusst einzusetzen und sie sinnvoll zu nutzen. Durch die damit verbundene Sensitivierung unseres Geruchssinns kommen wir auch den körpereigenen Gerüchen wieder auf die Spur. Damit akzeptieren wir Düfte als Teil von uns selbst. Und wir lernen sie durch eine Änderung unserer Lebens- und Ernährungsweise gezielt anzupassen.

Bei der Therapie mittels ätherischen Öls wird nicht die ganze Pflanze verwendet, sondern nur ein Teil der Pflanze. Aus diesem Teil wird dann die Essenz in konzentrierter Form gewonnen, die in den ätherischen Ölen verwendet wird. Ätherische Öle sind nur ein Extrakt aus der Pflanze, enthalten aber die gleiche und gebündelte Lebenskraft der Pflanze.

Die aromatischen Pflanzen, aus denen ätherische Öle gewonnen werden, sind zum größten Teil Heilpflanzen. Diese kennt der Mensch aufgrund ihrer Heilkraft bereits seit Jahrhunderten und setzt sie bei den verschiedensten Krankheiten ein.

Der Ausdruck „ätherisch“ kann am besten mit „vergänglich“ übersetzt werden. Gemeint sind die Inhaltsstoffe der Pflanzen, die relativ schnell in der Luft verfliegen und von uns mit dem Geruchssinn wahrgenommen werden können. Im Regelfall werden die Düfte als ansprechend empfunden. Es gibt natürlich auch eigene Vorlieben und Abneigungen, die u. a. durch die persönliche Entwicklung geprägt sind.

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Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle sind schnell verfliegende Essenzen. Sie werden durch Extraktion, Destillation mittels Wasserdampfs, oder die bereits erwähnte Pressung von Pflanzen oder Pflanzenteilen gewonnen. Und auch die synthetische Herstellung der meisten ätherischen Öle ist heute möglich. Im Gegensatz zu fetten Ölen wie Oliven- oder Mandelöl verdampfen sie schnell und rückstandslos.

Ein ätherisches Öl wirkt über seinen Duft direkt auf unser Gehirn. Sie beeinflussen eine Vielzahl von psychischen, emotionalen und körperlichen Steuerungen, deren wir uns meist gar nicht bewusst sind. Die Öle sind äußerst vielseitig und eignen sich nicht nur zur Raumbeduftung.

Sie sind auch hervorragend für duftende Kräuter- und Blütenbäder, zum Einatmen durch Inhalation und zur Herstellung von natürlichen Körper- und Massageölen. Die duftenden Pflanzenessenzen helfen uns dabei, uns der Natur und unserer unmittelbaren Umgebung wieder bewusst zu werden.

Welche Pflanzen sind für die Herstellung von ätherischen Ölen geeignet?

  • Rinde wie Zimtrinde
  • Wurzeln wie Narde und Vetiver
  • Holz wie Rosenholz und Sandelholz
  • Vanilleschoten
  • Blüten wie Rose, Jasmin etc. und das blühende Kraut wie Lavendel
  • Früchte wie Anis und Fenchel, Litsea Cubeba
  • Fruchtschalen wie Orange und Zitrone
  • Blätter wie Eukalyptus oder das ganze Kraut wie Rosmarin etc.
  • Samen wie Kakaobohnen und Muskatnuss
  • Harze von Bäumen wie Weihrauch und Myrrhe
  • Beeren und beerenartige Wacholderzapfen
  • Nadeln und Zweige wie Fichte, Kiefer oder Tanne

Welche Anwendung ätherischer Öle gibt es bei der Aromatherapie?

Die Aromatherapie wird meist von Heilpraktikern oder Ärzten praktiziert. Auch Hebammen, Masseure und Psychotherapeuten arbeiten mit Düften. Natürlich gehören einige ätherische Öle auch in die Hausapotheke.

So kann Lavendelöl bei Verbrennungen helfen und Thymianöl wird oft bei Erkältungen eingesetzt. Auch Duftöle wie Orangen-, Rosen- oder Zitronenöl eignen sich gut für Wellness-Anwendungen im eigenen Heim.

Eine bekannte Anwendung von ätherischen Ölen ist die Verdampfung in der Duftlampe. Dazu wird das ätherische Öl in Wasser getropft und mit einem Teelicht erhitzt. Duftlampen sind besonders geeignet, um Emotionen zu wecken und das Wohlbefinden zu steigern.

Diese Form der Anwendung kann, wie die Inhalation, auch bei Erkrankungen der Atemwege hilfreich sein. Die Öle gelangen über die Bronchien und die Lunge in die Blutbahn und damit auch zu den Zielorganen.

Ätherische Öle können auch zur lokalen Behandlung eingesetzt werden, zum Beispiel in Form von Kompressen oder während einer Massage. Hierfür sollten die Öle allerdings mit einem anderen fetten Öl wie Jojoba- oder Mandelöl gemischt werden. Eine weitere Möglichkeit der Anwendung sind Bäder. Auch hier ist eine vorherige Emulgierung notwendig, da sich Wasser und ätherisches Öl nicht vermischen.

Die orale Einnahme kann bei verschiedenen Erkrankungen sinnvoll sein. Genau wie das Einreiben von Akupunktur- oder Reflexpunkten gehört diese Form der Anwendung in die Hände eines Therapeuten. Die Wirkung der duftenden Pflanzenöle ist nicht zu unterschätzen. Die Konzentration von einem Tropfen Öl entspricht der Menge von bis zu 40 Tassen Tee aus der entsprechenden Pflanze.

Wie gefährlich ist die Aromatherapie?

Ätherische Öle müssen vorsichtig dosiert werden, da Nebenwirkungen wie toxische Erscheinungen und allergische Reaktionen auftreten können. Besonders bei Kindern, Schwangeren und geschwächten Menschen sollte man sehr vorsichtig mit der Anwendung von ätherischen Ölen sein. Unverdünnt können sie auf empfindlicher Haut Reizungen oder sogar Verbrennungen verursachen. Bei Kleinkindern sollte die Anwendung von ätherischen Ölen vermieden werden.

Die meisten der im Handel erhältlichen Aromaöle stammen nicht (mehr) aus natürlichen Quellen, sondern werden synthetisch oder halbsynthetisch hergestellt. Viele Aromaöle von Pflanzen können Giftstoffe enthalten. Das macht ihre innere Anwendung und die Anwendung auf der Haut gefährlich.

Vor allem das beliebte Teebaumöl hat oft einen hohen Gehalt an Terpenen, die hochgradig lebergiftig sind. Auch die potentielle Allergenität der Aromaöle ist als gefährlich einzustufen. Bei bekannter Neigung zu allergischen Reaktionen sollte daher im Zweifelsfall auf sie verzichtet werden.

Woher stammt die Aromatherapie?

Schon vor mehr als 9000 Jahren wurden ätherische Öle bei der Behandlung von Kranken als Räucherwerk für rituelle und therapeutische Zwecke eingesetzt. Sowohl die Chinesen als auch die alten Ägypter machten sich die Kräfte der Pflanzendüfte zunutze.

Der heutige Begriff Parfüm für wohlriechende Duftölmischungen wurde übrigens vom Rauch abgeleitet. Im Lateinischen bedeutet „per fumum“ „durch den Rauch“. Der römische Historiker Plinius der Ältere berichtet von der Verwendung von Minzblättern zur Reinigung von Krankenzimmern. Im Mittelalter wurden ätherische Öle sogar häufig gegen die Pest eingesetzt.

Im Juli 1910 hatte René-Maurice Gattefossé, ein französischer Kosmetikchemiker und Parfümeur, einen Unfall in seinem Labor, der ihn zum Erfinder der Aromatherapie machte. In seinem Labor fand eine gewaltige Explosion statt, bei der er sich seine Hände und Kopfhaut verbrannte. Seine Brandwunden behandelte er daraufhin mit Lavendelöl. Und erstaunlicherweise verheilten die Brandwunden recht schnell und vor allem ohne die Bildung von hässlichen Narben auf der Haut.

Dieser Erfolg spornte ihn zu weiteren Studien und Versuchen an, so dass ätherische Öle bereits während des Ersten Weltkriegs verwendet wurden. 1918 stellte Gattefossé eine antiseptische Seife auf Basis von ätherischen Ölen her. Sie diente hauptsächlich zum Waschen von Kleidung und Verbänden.  Von einigen wurde sie wegen ihres wohtuenden Duftes aber auch als Ersatz für Eau de Toilette verwendet.

Seit 1923 beschäftigte sich Gattefossé nur noch mit den medizinischen Eigenschaften der Duftöle. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen und weitere Produkte mit ätherischen Ölen. Da besonders die Essenz von Bergamotte über antiseptische Eigenschaften verfügte widmete er sich dieser besonders stark.

Im Zuge seiner Beschäftigung mit der Dermatologie entwickelte er auch Schönheitsprodukte. Daraufhin veröffentlichte er 1936 sein weit übersetztes Werk Physiologische Ästhetik und Schönheitsprodukte. In seinem 1937 veröffentlichtem Werk „Aromatherapy and Essential Antiseptics“ wurde zum ersten Mal der Begriff „Aromatherapie“ geprägt.

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